Schmale Waldpfade, ausgesetzte Felsensteige und ein wildes Bachtal
Wichtiger Hinweis:
Wer die Traumschleife Altlayer Schweiz erwandert, sollte über ein Mindestmaß an Trittsicherheit verfügen. Die schmalen Waldpfade und felsigen Steige führen durch steil abfallende Hanglagen und sind bei feuchter Wetterlage ausgesprochen schwierig zu begehen. Wanderstöcke sind auf der Route eine große Hilfe und sollten deshalb mitgeführt werden. Nach Schneefall ist die Traumschleife so gut wie kaum passierbar.
Die knapp neun Kilometer lange Traumschleife Altlayer Schweiz erweist sich als eine Rundwanderung der Superlative, führt sie doch über serpentinenartige Waldpfade, ausgesetzte Felsensteige und durch ein wildromantisches Bachtal. Sogar eine kurze Kletterstelle mit Drahtseilversicherungen ist Bestandteil der kurzweiligen Streckenführung. Neben mehreren schönen Ausblicken von exponierten Felsennestern in die tief eingeschluchteten Tallagen des Hunsrücks wird auf der Traumschleifenroute der ehemalige Schiefer- und Erzbergbau anhand von Hinweisschildern thematisiert. Zwei aufgelassene Stollen und eine Felsengrotte können unterwegs in Augenschein genommen werden.
Die Traumschleife führt an lotrecht aufragenden Felsformationen und am Altlayer Schießkeller vorbei
Die Wanderung beginnt auf dem Freizeitgelände der Ortschaft Altlay. Hier steht kostenloser Parkraum in ausreichendem Maße zur Verfügung. Wir durchschreiten das Wanderportal Altlayer Schweiz und folgen dem sanft abfallenden Pfad, der wenig später in einen breiten Waldweg einmündet. Auf diesem Teilabschnitt begleitet uns die 18. Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs. Schon bald ragen rechts der Route im steil abfallenden Berghang lotrechte Schieferfelsen auf. Es geht am ehemaligen, heute noch begehbaren Altlayer Schießkeller vorbei. Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges hat man an dieser Stelle einen Stollen in den Berg getrieben, der als Luftschutzbunker Verwendung fand. Ausgang des vorigen Jahrhunderts wurden Sprengstoffe im ehemaligen Bunker gelagert, die man für die Bergbautätigkeit benötigte. Ebenen Fußes windet sich die Traumschleife an den Felsformationen entlang. Eine Sitzgruppe wird passiert, bevor der breite Naturweg sich zu einem schmalen Pfad verjüngt, der nun in die Altlayer Schweiz hinein steigt.
Von zwei ausgesetzten Felsennestern fällt der Blick ins canonartige Hitzelbachtal
Der Pfad quert den merklich steiler werdenden Berghang und führt uns kurz darauf zu einem ersten Aussichtspunkt. Von einem schroffen, exponiert aufragenden Schieferfelsen fällt der Blick ins canonartige Hitzelbachtal und auf die Hunsrückhöhen die jenseits der Schlucht aufragen. Windungsreich geht es weiter bergan und zum nächsten aussichtsreichen Felsennest hinauf. Die scharfkantigen Schieferfelsen können hier ein kurzes Stück erklettert werden, um vom äußersten Grat einen erregenden Blick in die gähnende Tiefe zu riskieren. Eine im Berghang höher platzierte Ruhebank nutzen wir zu einer ersten Wanderrast. Danach folgt ein windungsreicher Abstieg. Die Route zeigt sich immer wieder steil, schräg abfallend und der winterlichen Jahreszeit entsprechend ziemlich schlüpfrig. In den Pfad hinein gewachsenes Wurzelwerk erweist sich als ausgesprochen glatt und darf nicht betreten werden. Deshalb wird jeder Tritt in diesem Teilabschnitt sorgfältig gesetzt. Die mitgeführten Wanderstöcke sind dabei eine willkommene Hilfe.
Bizarre Felsformationen begleiten uns beim kurzweiligen Abstieg in das wilde Hitzelbachtal
So kommen wir, obwohl es serpentinenartig talwärts geht nur langsam voran. Trotzdem nehmen wir uns die Zeit, um die bizarren, von Moosen und Flechten bedeckten Felsformationen und hoch aufragenden Schieferwände zu bewundern, die sich rechts oder links des Weges im Steilhang immer wieder zeigen. Eine in halber Hanglage anzulaufende rustikale Wanderhütte nutzen wir zur Mittagspause und verzehren die mitgeführte Marschverpflegung. An dieser Stelle verlassen die Wanderer die Routenführung des Saar-Hunsrück-Steigs und folgen der Traumschleifenbeschilderung mit einem engen Linksschwenk in den bewaldeten Steilhang. Diesmal eine Etage tiefer und in Gegenrichtung quert der schmale Waldpfad in ständigem Auf und Ab durch Knorreichen- und Kiefernbestände die Altlayer Schweiz. Schließlich fällt die Route in das Hitzelbachtal hinein.
Im tief eingeschluchteten Hitzelbachtal bewundern wir eine Felsengrotte und mehrere kleine Wassersprünge
Im Talgrund vollzieht die Traumschleife einen Rechtsschwenk und folgt dem Hitzelbach auf einem weichen Uferweg in Fließrichtung. Überaus imposant geht es direkt am Gewässer entlang. Der Hitzelbach ist ein Zulauf des Altlayer Baches, der bei Zell in die Mosel mündet. Nachdem wir dem munter plätschernden Gewässer wenige Meter gefolgt sind, lockt etwas versteckt im rechten Hang und leider nicht ausgeschildert ein kurzer Aufstieg zur Felsengrotte. Den gewaltigen Felsüberhang ziert eine Marienstatue, die man in einer Nische angebracht hat. Im rechtsseitigen Berghang zeigen sich wenig später zwei aufgelassene Stolleneingänge, Relikte des ehemaligen Erzabbaus, während im Bachlauf immer wieder rauschende Wassersprünge zu bewundern sind. Quer zum Gewässer liegendes Totholz unterstreicht die Abgeschiedenheit dieser beeindruckenden Schlucht. Schließlich überschreiten wir den quirligen Hitzelbach auf einem rustikalen Holzsteg.
Die Traumschleife führt über eine ausgesetzte und mit Stahlseilen gesicherte Kletterstelle
Nach der Bachquerung läuft die Traumschleife auf weichen Uferpfaden am Hitzelbach entlang. Noch einmal wechseln die Wanderer die Bachseite, um danach den Talgrund zu verlassen und in den bewaldeten Hang hinein zu steigen. In halber Hanglage treffen wir auf einen alten Schieferbruch. Bis zum Jahre 1952 wurde hier im Untertagebau Dachschiefer gewonnen, wie einer Hinweistafel zu entnehmen ist. Mit einer lang gezogenen Rechtskurve gelangen wir kurz darauf zu einer Kletterstelle, die mit Fixseilen gesichert ist und ziemlich ausgesetzt über einen schmalen Absatz an der Felswand entlang führt. Die etwas alpin anmutende Stelle kann allerdings auch umgangen werden. Hinter der Gesteinsformation führt anfangs ein Pfad und wenig später ein alter Forstweg längere Zeit bergan.
Von den Aussichtspunkten "Hitzel" und "Dorfpanorama" genießen wir schöne Fernblicke
Das nun beginnende letzte Drittel der Route zeigt sich konditionell recht anspruchsvoll. Ausgehend von einem breiten Fahrweg steigen hölzerne Trittstufen rechts abzweigend überaus steil in den Berghang. Mit einem windungsreichen Serpentinenpfad, der weiter bergan führt, gelangen die Wanderer auf einen breiten Querweg, dem rechtsschwenkend zu folgen ist. Nahezu ebenerdig geht es jetzt zum Aussichtspunkt Hitzel hinüber. Auch hier treffen wir auf eine Felsformation die schöne Ausblicke in das winterliche Hitzelbachtal und weit darüber hinaus ermöglicht. In stetigem Wechsel wird dann durch Waldparzellen und über Wiesengelände marschiert. Von der Freifläche „Dorfpanorama“, die mit einem hölzernen Bilderrahmen und einer Traumschleifenliege versehen ist, fällt der Blick auf die Ortschaft Altlay. Noch einmal taucht die Route in den Wald ein. Schmale Pfade geleiten uns zurück zum Ausgangspunkt, dem Wanderportal Altlayer Schweiz. Hier endet eine herrliche Traumschleifenrunde.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Wer beim Wandern schmale Pfade, felsige Steige und dabei eine beeindruckende Abgeschiedenheit sucht, sollte die Traumschleife Altlayer Schweiz begehen. Die knapp neun Kilometer lange Runde führt bei einem enorm hohen Pfad- und Steiganteil durch die Steilhänge der Altlayer Schweiz. Unzählige bizarre Felsformationen säumen den Weg und ein wildes, canonartiges Bachtal sorgt darüber hinaus für Kurzweil. Mehrere schöne Ausblicke von exponierten Schieferfelsen in tief eingeschluchtete Tallagen und über die Hunsrückhöhen begeistern jeden Wanderer. Der ehemalige Schiefer- und Erzbergbau wird anhand von Hinweistafeln thematisiert und zwei aufgelassene Stollen sind entlang des Weges zu sehen. Die Traumschleife wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit sagenhaften 90 Erlebnispunkten zertifiziert. Dem kann sich Profirouten nur anschließen und vergibt im Premiumsegment der Kategorien Landschaft und Erlebnis die Höchstzahl von fünf Sternen. Die Beschilderung ist durchgängig und gut sichtbar angebracht. Rast- und Ruheplätze sind in ausreichender Zahl vorhanden.






















