Wegezeichen:
GPX:

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Höhe (min): Meter
Höhe (max): Meter
Gesamtabstieg: Meter
Gesamtanstieg: Meter
Gesamtanstieg: 315 Höhenmeter
Gesamtabstieg: 315 Höhenmeter
Anfahrt planen:
Region: Hunsrück
Art: Rundwanderung
Kilometer: 11
Schwierigkeit:
Kondition:
Landschaft:
Erlebnis:
Beste Jahreszeit: März, April, Mai, Juni, Juli, Aug., Sept., Okt.

Durch fünf wildromantische Tallagen im Hunsrücker Hochwald

Die knapp elf Kilometer messende Traumschleife 5-Täler-Tour im Naturpark Saar-Hunsrück umrundet die Ortschaft Naurath/Wald und taucht dabei, wie der Name verrät, in fünf abgeschiedene und wildromantische Tallagen ein. Im Mittelteil glänzt die Route mit traumhaften Weitblicken über den Hunsrücker Hochwald hinüber zum Erbeskopf, dem höchsten Berg von Rheinland-Pfalz. Der bis weit in das letzte Jahrhundert hinein betriebene Schiefer- und Erzbergbau wird entlang der Strecke anhand von Infotafeln thematisiert. Darüber hinaus sorgt die kleine, sehenswerte Felsenkapelle im Ortsteil Unternaurath für ein bedeutsames kulturelles Highlight. Bei einem enorm hohen Pfadanteil entlang der quirligen Bachläufe werden im stetigen Wechsel Wald- und Wiesenwege begangen.


Aufgelassener Bergwerksstollen im Schastebachtal

Im Schastebachtal treffen wir auf einen ehemaligen Bergwerksstollen in dem Eisenerze abgebaut wurden

Wir starten in die Traumschleife vom Wanderparkplatz an der L148 gegenüber von Rüssels Landhaus, in dem nach der Wanderung abschließende Einkehr gehalten werden kann. Eine 300 Meter lange Zuwegung mit einem kurzen Anstieg führt hinauf zum eigentlichen Startpunkt der Tour. Entgegen des Uhrzeigersinns geht es sogleich nach rechts in das Spiesbachtal. Schon nach wenigen Metern ist im Wald der Spiesbach zu queren, um danach auf eine ausgedehnte Waldwiese hinaus zu treten. Am Waldrand passieren die Wanderer ein imposantes Insektenhotel und tauchen erneut in den lichten Forst ein. Im weiteren Verlauf zeigt sich die Traumschleife ausgesprochen pfadig. In halber Hanglage wird, nach dem Überschreiten der K87, bachaufwärts und überaus windungsreich durch das Schastebachtal gewandert. Mächtige Douglasien säumen hier den Weg, die man im Volksmund als die "12 Apostel" bezeichnet. Schließlich treffen wir im Oberlauf des Gewässers auf eine Wanderhütte, die zur Rast einlädt. Gleich neben der Hütte befindet sich ein vergitterter Stollen, den man seinerzeit zur Erzgewinnung in den Berg getrieben hat und der heute Fledermäusen als Unterschlupf und Winterquartier dient.


Vom herausragenden Aussichtspunkt "Panoramablick Eifel-Mosel-Hunsrück" ist der Erbeskopf zu sehen

Von der Wanderhütte folgt die Route sanft ansteigend einem Zulauf des Schastebaches, der wenig später mit einem hölzernen Steg überschritten wird. Scharf rechts schwenkend steigt die Traumschleife jetzt auf breiten Waldwegen bergan und ermöglicht über das winterliche Geäst hinweg schöne Ausblicke in den Hunsrücker Hochwald. Es geht an einer Sitzgruppe vorbei und durch sonnengeflutete Rotbuchenbestände, aus dem Wald heraustretend, zu einer ausgedehnten Hochfläche hinauf. Hier haben wir mit dem "Panoramablick Eifel-Mosel-Hunsrück" den höchsten Punkt der Traumschleife erstiegen. Während sich jenseits des Friedenbachtales die Hochwaldgemeinde Bescheid zeigt, schweift der Blick weit in die Ferne und hinüber zum 816 Meter hohen Erbeskopf, dem höchsten Berg von Rheinland-Pfalz. Bei guten Wetterverhältnissen soll von diesem Aussichtspunkt jenseits des Moseltales sogar die rund 70 Kilometer entfernte Gipfelsilhouette der Hohe Acht in der Eifel zu sehen sein.


Traumhafte Fernsichten vom Aussichtspunkt Panoramablick Eifel-Mosel-Hunsrück

Die Felsenkapelle in Unternaurath ist ein beeindruckende Beispiel mittelalterlicher Baukunst.

Über breite Wiesenwege sanft talwärts wandernd streifen wir die Ortschaft Naurath/Wald am Dorfrand. Die Sitzbänke des Kinderspielplatzes der Gemeinde nutzen wir zu einer Wanderpause und marschieren sodann talwärts in den Ortsteil Unternaurath. Eingangs der Bebauung treffen die Wanderer auf die denkmalgeschützte Felsenkapelle zur Hl. Walburga aus dem 17. Jahrhundert. Der sakrale Kirchenbau stellt ein beeindruckendes Beispiel mittelalterlicher Baukunst dar und ist wohl die älteste Kapelle im Hunsrücker Hochwald. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das kleine Kirchlein das Ziel von Wallfahrern, die Fürsprache der Hl. Walburga für eine gute Ernte erbitten wollten. Über den Mühlenweg verlassen wir Unternaurath und wandern rechtsschwenkend in die freie Feldflur. Nach einem sanften Anstieg führt uns die Beschilderung erneut in den Wald.


Hoch über dem Friedenbachtal treffen wir auf einen alten begehbaren Schieferstollen

Ausgesprochen pfadig geht es hoch über dem Friedenbachtal zu einer Schieferhöhle hinüber, die in der Gemarkung Hellberg direkt am Weg liegt und bis zu einer Tiefe von 24 Metern begehbar ist. Ausweislich der am Stolleneingang angebrachten Hinweistafel grub man hier im Jahre 1948 nach Schiefer. Der Versuch schlug jedoch fehl. Bereits nach einem Jahr stellte man die Bergbautätigkeit ein, da das gewonnene Schiefergestein nicht brauchbar war. Wir nehmen die Gelegenheit beim Schopfe und dringen mit einer Taschenlampe bis zu zehn Meter tief in den Schieferstollen ein. Wieder aus dem Dunkel der Höhle hervor tretend folgen die Wanderer dem schmalen Pfad nach rechts durch den Nadelwald. Der Hasselbach und kurz darauf auch der Lörschbach, beides Zuflüsse des Friedenbaches, werden überschritten, um dann mit einem scharfen Linksschwenk in das Tal des Friedenbaches einzutauchen.


Im wildromantischen und nahezu urwaldähnlichen Friedenbachtal

In seinem letzten Teilabschnitt läuft die Traumschleife durch das wildromantische Friedenbachtal

Von nun an folgen wir talwärts wandernd dem Friedenbach in Fließrichtung. Das munter plätschernde Gewässer entspringt im Distrikt Altbruch und strebt stark mäandernd der Kleinen Dhron zu, in die es bereits nach wenigen Kilometern einmündet. Der Bachlauf bildet die Gemarkungsgrenze zwischen den Gemeinden Naurath und Bescheid. In dem engen Friedenbachtal zeigt sich die Natur ausgesprochen wild und urwüchsig, ja fast urwaldartig. Ganz offensichtlich findet rechts und links des Bachlaufes keine Waldbewirtschaftung mehr statt. Modriges Geäst und mit Moosen und Flechten bewachsenes Gehölz liegt quer zum Friedenbach, der hin und wieder kleine Wassersprünge zeigt. Schließlich verbreitert sich der schmale, das Gewässer begleitende Pfad zu einem breiten Uferweg, der durch Niederwald in das Tal der Kleinen Dhron hinein läuft. Parallel zur L148 geht es durch das Dhrontal zurück zum Wanderparkplatz, wo diese wunderschöne Traumschleife ihren Anfang genommen hat.

Fazit und abschließende Bemerkungen:

Ohne Zweifel in Premiumqualität windet sich die Traumschleife 5-Täler-Tour durch den Hunsrücker Hochwald. Dabei zeigt sich die knapp elf Kilometer lange Runde ausgesprochen kurzweilig. Neben den wildromantischen und vollkommen abgeschiedenen Tallagen wartet die Route mit herrlichen Weitblicken auf. So sind der Erbeskopf und sogar die weit entfernte Hohe Acht in der Eifel vom Aussichtspunkt "Panoramablick Eifel-Mosel-Hunsrück" bei entsprechender Wetterlage zu sehen. Die Streckenführung umfasst in sehr hohem Maße schmale, erdige Wald- und Wiesenpfade die in den verträumten Tallagen oftmals direkt an den kleinen Gewässern entlang laufen. Als besondere Highlights der Tour sollten die Felsenkapelle in Unternaurath, der begehbare Schieferstollen und die Durchwanderung des wilden Friedenbachtales besondere Erwähnung finden. Daher sind in den Kategorien Landschaft und Erlebnis aus den vorstehenden Gründen im Premiumsegment von Profirouten vier von fünf möglichen Sternen zu vergeben.

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