Wegezeichen:
GPX:

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Höhe (min): Meter
Höhe (max): Meter
Gesamtabstieg: Meter
Gesamtanstieg: Meter
Gesamtanstieg: 387 Höhenmeter
Gesamtabstieg: 342 Höhenmeter
Anfahrt planen:
Region: Saarland-Saargau
Art: Streckenwanderung
Kilometer: 15
Schwierigkeit:
Kondition:
Landschaft:
Erlebnis:
Beste Jahreszeit: März, April, Mai, Juni, Juli, Aug., Sept., Okt.

Auf breiten Wald- und Wiesenwegen durch den südlichen Bliesgau

Auf seinem zweiten, etwa 15 Kilometer messenden Tourabschnitt vom Kloster Gräfinthal nach Bebelsheim führt uns der Bliessteig auf breiten Wald- und Wiesenwegen oftmals recht eintönig durch den hügeligen südlichen Bliesgau. Der einzige erwähnenswerte Höhepunkt neben den schönen Fernblicken hoch über dem Mandelbachtal, ist die Inaugenscheinnahme der klösterlichen Gemäuer am Startpunkt Gräfinthal. Ansonsten weist das Streckenprofil in übergroßer Anzahl nur breite, häufig geradeaus laufende „Forstautobahnen“ auf. Schmale Pfade werden auf der 2. Etappe nur in ganz kurzen Teilabschnitten begangen. Kurz vor Abschluss der Tour sorgt ein Hügelgrab aus der Bronzezeit noch für kulturhistorische Akzente.


Im ruinösen Klosterhof der Abtei Gräfinthal

Das Kloster Grafinthal ist eine sehenswerte kulturhistorische Anlage im Letschenbachtal

Wir starten in die 2. Etappe des Bliessteigs in Blieskastel. Eingangs des Wallfahrtsortes steht ausreichender Parkraum zur Verfügung. Die in Blieskastel residierende Gräfin Elisabeth stiftete im Jahre 1253 das klösterliche Anwesen im Letschenbachtal, dass von da an den Namen Gräfinthal, Tal der Gräfin, erhielt. Ein hölzernes Madonnenbild lockte durch seine Wundertätigkeit über die Jahrhunderte Pilger ins Kloster Gräfinthal. Im Mittelalter wurde die Wilhelmitenabtei mehrmals von Plünderungen und Verwüstungen heimgesucht. So zeigt sich die heute sichtbare sakrale Anlage in Teilen auch als ruinöses Gemäuer. Bis zum Jahre 2014 besiedelten Benediktinermönche das Kloster Gräfinthal. Durch den Torbogen des ehemaligen Klosterhofes gelangt man zu der schön renovierten kleinen Kapelle. Sie ist für Besucher zugänglich und verfügt über einen sehenswerten Marienaltar im barocken Stil.


Am Fischteich des Angelvereins Habkirchen kann Wanderrast gehalten werden

Nach Überschreitung des Mandelbaches halten wir an einem Fischteich erste Wanderrast

Schließlich verlassen wir den bemerkenswerten Wallfahrtsort, der zu den kulturhistorisch bedeutsamsten Stätten des Saarlandes zählt, überschreiten die L238 und wandern auf einem schmalen Pfad sanft ansteigend in den lichten Forst. Den möglichen, 500 Meter messenden Abstecher zur Naturbühne Gräfinthal haben wir aus Zeitgründen unterlassen. Mehrere Kreuzwegstationen begleiten uns beim Aufstieg zum Brudermannskreuz, das vom Bliessteig allerdings nicht angelaufen wird. Scharf rechts schwenkend geht es vorher auf breiten Waldwegen durch die Flanke des Allenberges. In diesem Teilabschnitt führt die Route bei mehreren Richtungswechseln oftmals recht eintönig und geradeaus durch den sommerlichen Buchenforst. Nach Querung der B423 wird der Mandelbach mit einem metallenen Steg überschritten. Die überdachte Schutzhütte am gleich darauf anzulaufenden Fischteich des Angelvereins Habkirchen nutzen wir zu einer ersten Wanderrast.


Von der bewaldeten Anhöhe hoch über dem Mandelbachtal schweift ein schöner Blick über den hügeligen Bliesgau

Naturbelassene Wald- und Wiesenwege führen im Mandelbachtal durch das Naturschutzgebiet „Südlicher Bliesgau/Auf der Lohe“. Das knapp 1.600 ha große Gebiet wurde im Jahre 2004 unter Schutz gestellt. Westlich der Blies umfasst es schützenswerte Höhenzüge und die damit verbundenen Hangflächen. Eine solche Hanglage, die von einem riesigen Sonnenblumenfeld bedeckt ist, wird wenig später im Aufstieg durchwandert. Von der bewaldeten Anhöhe schweift sodann ein schöner Blick in den hügeligen Bliesgau. Der Fernwanderweg führt über den Höhenzug hinweg und tritt schließlich zur anderen Seite hin aus dem Wald hervor. Gen Osten sind in einer weitläufigen Senke die Ortschaften Reinheim und Gersheim zu sehen. Am Dorfrand von Reinheim vollzieht der Fernwanderweg einen scharfen Linksschwenk. Ein fein geschotterter Weg führt an einem Wegekreuz vorbei und anschließend wieder in den Wald hinein.

Über ein Sonnenblumenfeld hinweg schweift der Blick in den Bliesgau

Direkt am Bliessteig befindet sich ein Hügelgrab aus der Bronzezeit mit fünf nachgewiesenen Grablegen

Auch auf dem weiteren Weg durch das Biosphärenreservat Bliesgau in Richtung Bebelsheim dominieren breite, naturbelasse Waldwege das Streckenprofil. Für die bis dahin schmerzlich vermisste Kurzweil sorgt im letzten Drittel der Tour ein gut erhaltenes Hügelgrab aus der Bronzezeit, das über einen kleinen links abzweigenden Stichweg zu erreichen ist. Die bis dahin unscheinbare Erhebung wurde im Jahre 1971 entdeckt und als Hügelgrab aus dem 15. Jhrt. v. Chr. definiert. Durch archäologische Grabungen und anschließende andropologische Untersuchungen wurden fünf Grablegen eindeutig nachgewiesen. Es handelt sich dabei um die ältesten Skelettfunde im Saarland. Bronzene Grabbeigaben wurden ebenfalls gefunden und sichergestellt. Vom Hügelgrab führen Waldwege unterhalb des 372 Meter hohen Hannock hinüber zur Bebelsheimer Wanderhütte. Hier befindet sich der Zielpunkt der 2. Etappe des Bliessteigs. Der sich nunmehr anschließende und nicht vermeidbare Abstieg nach Bebelsheim verlängert den Routenverlauf um etwas mehr als einen Kilometer. So beenden wir die Streckenwanderung erst am Wendelinusbrunnen in Bebelsheim.

Fazit und abschließende Bemerkungen:

Der, einschließlich des Abstiegs nach Bebelsheim, knapp 15 Kilometer messende 2. Teilabschnitt des Bliessteigs mag nicht recht zu begeistern und büßt gegenüber der 1. Etappe an Attraktivität ein. Dafür verantwortlich zeichnet der meist eintönige Streckenverlauf, der in übergroßer Zahl breite, langweilige und oftmals schnurgerade durch den Forst laufende Waldwege umfasst. Die wenigen schönen Ausblicke vermögen diesen Mangel an Kurzweil nicht aufzuwiegen. Höhepunkte sind absolute Mangelware. Lediglich die klösterlichen Anlagen in Gräfinthal gleich zu Beginn der Tour und das Hügelgrab aus der Bronzezeit können als solche bezeichnet werden. So wird die Zahl von drei Sternen in den Kategorien Landschaft und Erlebnis leider nur knapp erreicht und wohlwollend vergeben. Unterwegs sind Rast- und Ruheplätze in ausreichender Zahl anzutreffen. Die Beschilderung ist gut sichtbar und nahezu unverlaufbar angebracht. 

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