Wegezeichen:
GPX:

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Höhe (min): Meter
Höhe (max): Meter
Gesamtabstieg: Meter
Gesamtanstieg: Meter
Gesamtanstieg: 332 Höhenmeter
Gesamtabstieg: 332 Höhenmeter
Anfahrt planen:
Region: Rheintal, Westerwald
Art: Themenrunde
Kilometer: 12
Schwierigkeit:
Kondition:
Landschaft:
Erlebnis:
Beste Jahreszeit: März, April, Mai, Juni, Juli, Aug., Sept., Okt.

Auf den Spuren des Linzer Basalts durch den Rheinischen Westerwald

Die knapp 12 Kilometer lange Linzer Basalt-Schleife gehört zu den Rheinsteig-Rundtouren und befasst sich mit der Geschichte des Linzer Basaltabbaus. Die Route zeigt sich sehr abwechslungsreich. Dafür sorgen mehrere Infostände entlang der Strecke, drei tief eingeschluchtete und abgeschiedene Kerbtäler mit den dazugehörigen Bachläufen und eine ganze Reihe von grandiosen Fernblicken ins Rheintal. Überaus erwähnenswert ist bei der Aufzählung der Höhepunkte die Durchwanderung der historischen Altstadt von Linz. Das Streckenprofil der Linzer Basalt-Schleife umfasst breite, fein geschotterte und naturbelassene Wald- und Wiesenwege. In einem nicht unerheblichen Teil werden auch erdige Pfade beschritten. Asphaltiertes Geläuf ist nur in den Ortslagen von Linz und Dattenberg anzutreffen.


Die Wanderung beginnt auf dem historischen Marktplatz von Linz

Die imposante Pfarrkirche zum Hl. Martin wurde im 13. Jahrhundert errichtet

Entgegen der Empfehlung der Routenbetreiber beginnen wir die Wanderung nicht auf dem Hochplateau des Kaiserbergs sondern auf dem mittelalterlich anmutenden Marktplatz von Linz mit den wunderschönen Fachwerkfassaden. Hinter dem Ratsherrenbrunnen treffen wir auf die Beschilderung der Rheinsteig-Rundtour. Die Wanderer folgen den Wegeszeichen sanft ansteigend und entlang eines Kreuzweges durch die Kirchstraße. Es geht an der St. Martin Kirche vorbei. Die heute sichtbare dreischiffige Pfeilerbasilika wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Sie weist spätromanische wie auch früh- und spätgotische Bauelemente auf.


Grandioser Rheintalblick von der Aussichtsplattform auf dem Kaiserberg

Von der Aussichtsplattform auf dem Kaiserberg fällt ein grandioser Blick ins Rheintal

Ein windungsreicher Pfad führt anschließend stramm bergauf. Schließlich gelangen wir, vorbei an der Donatus Kapelle, zur Aussichtsplattform des 174 Meter hohen Linzer Kaiserbergs. Der grandiose Blick vom Panoramapunkt fällt ins Rheintal, auf die linksrheinische Ortschaft Kripp, in die fruchtbare Rheinebene der Goldenen Meile und auf die Ahrmündung bei Sinzig. Neben dem imposanten Gipfelkreuz gilt es daher inne zu halten, um das herrliche Rheintalpanorama eine Weile zu genießen.


Bereits im Mittelalter bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts wurde der Linzer Basalt abgebaut

Auf dem Kaiserberg befindet sich der eigentliche Startpunkt der Linzer Basalt-Schleife. Direkt neben dem dort anzutreffenden Fußballstadion steht ausreichender und kostenloser Parkraum zur Verfügung. Vom Kaiserberg führen schmale Waldpfade bei mehreren Richtungswechseln durch Niederwald. Wir treffen auf die L256 und verlassen die Bebauung durch die innerörtliche Straße „In der Verst“, die alsbald in einen unbefestigten Weg übergeht. Hier hat man eine Infotafel angebracht, die etwas über den Linzer Basaltabbau zu berichten weiß. Durch vulkanische Tätigkeit in der Tertiärzeit ist der Basalt durch Erstarrung des aufgestiegenen Magmas entstanden. Charakteristisch für den Linzer Basalt ist seine säulenförmige Ausbildung. Bereits im Mittelalter bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts wurde in der Region das wertvolle Gestein gebrochen. Durch den Abbau sind mehrere kleine Seen entstanden, die heute als Fisch- und Badegewässer genutzt werden.


An der Mariensäule im abgeschiedenen Alwiesbachtal

Im Alwiesbachtal führt ein kurzer Abstecher zur Mariensäule die 1858 mitten im Wald errichtet wurde

Im weiteren Verlauf fällt die Basalt-Schleife in das Alwiesbachtal hinein. Auch hier treffen die Wanderer auf eine Hinweistafel, der entnommen werden kann, dass der Linzer Basalt zum Bau des Hindenburgdamms Verwendung fand, der die Insel Sylt mit dem Festland verbindet. Eine kurz darauf anzutreffende große Sinnenschaukel lädt zu einer Wanderrast ein, bevor uns ein kurzer Abstecher zur Mariensäule führt. Sie wurde im Jahre 1858 vom Freiherrn von Mengershausen mitten im Wald errichtet. Sanft ansteigend geht es jetzt durch das schluchtartige Alwiestal, das sich recht wild zeigt. Durch Windbrüche umgestürzte Baumriesen liegen quer zum gurgelnden Gewässer. Die Wanderer passieren drei trocken gefallene Teichmulden, die leider kein Wasser mehr führen, weil man aus unerfindlichen Gründen den Alwiesbaches nicht mehr zum Aufstauen nutzt.


Vom Hofgut Ronig führt uns die Linzer Basalt-Schleife in das idyllische Döttersbachtal

Weiterhin durch das  Alwiesbachtal sanft bergauf wandernd bewundern wir die wilde Landschaft, die der Bachlauf in Jahrtausenden geschaffen hat. Im Quellbereich des Gewässers vollzieht die Basalt-Schleife einen Rechtsbogen und tritt kurz darauf pfadig aus dem Buchenforst. Über eine frühlingshaft aufblühende Wiese geht es an Gehölzen entlang. Mehrmals besteht die Möglichkeit, durch die Hecken hindurch tretend, das Plateau der Linzer Terrasse in Augenschein zu nehmen. Weit in der Ferne ist dabei auch der breite Rheinstrom zu sehen. Ein kurzes Stück läuft die Route an der K10 entlang, um dann am Hof Ronig die Asphaltpiste zu überqueren. Das Bauerngehöft wird in der 7. Generation von der Familie Schmitz betrieben. Im Hofladen kann man landwirtschaftliche Produkte erwerben. Hinter dem Hof Ronig geht es erneut in den Wald. Sanft abfallend gelangen die Wanderer in das Döttersbachtal. In einem scharfen Rechtsknick wird der Döttersbach überquert, um dann rechts des Gewässers talwärts zu marschieren.


Grandioser Rheintalblick von der Riesenruhebank am Koppe Kreuz

Vom Aussichtspunkt Koppe-Kreuz fällt ein atemberaubender Blick ins Rheintal und auf Leubsdorf

An der Einmündung des Döttersbaches in den Leubsdorfer Bach passieren die Wanderer einen Fischteich und gelangen wenig später zum Abenteuerspielplatz der Gemeinde Leubsdorf. Auch an dieser Stelle hat man einen Teich, der vom Leubsdorfer Bach gespeist wurde, trocken fallen lassen. Hier verlassen wir den breiten Fahrweg und folgen schmalen Pfaden stramm bergan zum Aussichtspunkt Koppe Kreuz. Die nach allen Seiten steil abfallende Basaltkuppe trägt ein mächtiges Kreuz aus Eichenholz und wird im Volksmund als „Koppe“ bezeichnet. Von der Ruhebank unterhalb des Gipfelkreuzes fällt ein atemberaubender Blick ins Rheintal, auf die Ortschaft Leubsdorf mit der neugotischen Kirche St. Walburgis, und jenseits des Rheins weit in die Vulkaneifel hinein. Zu allem Überfluss hat man etwas unterhalb der Bergspitze noch eine Riesenruhebank platziert. Hier ist eine Wanderpause absolute Pflicht, um die fantastischen Rheintalblicke eine Weile zu genießen.


Die sich im Rheinbogen ausbreitende Stadt Remagen ist vom Panoramablick „Mitten am Rhein“ zu sehen

Schließlich verlassen die Wanderer Koppe Kreuz mit der Basalt-Schleifen-Beschilderung in Richtung Dattenberg. Es geht am „Naturpark-Weitblick-Leubsdorf“ vorbei. Auch von dieser Stelle schweift ein famoser Blick ins Rheintal. Erdige Pfade führen sodann am stillgelegten und eingefriedeten Basaltabbau Schwarzenberg vorbei. So kann man leider nicht zum kleinen Schwarzensee vordringen, der sich nach Aufgabe des Bruches in der Senke gebildet hat. Schließlich gelangen die Wanderer nach Dattenberg. Neben einem alten Lorenzug, der an den Basaltabbau erinnert, bewundern wir in der Ortsmitte das bemerkenswerte Fachwerkgemäuer des Ehrensteiner Hofes. Leider haben wir es versäumt, einen kurzen Abstecher zur Burg Dattenberg zu unternehmen. So verlassen wir den schmucken Rheinort und tauchen erneut in den Wald ein. Vom kurz darauf anzulaufenden Panoramablick „Mitten am Rhein“ fällt der Blick auf die Stadt Remagen, die sich im Rheinbogen ausbreitet.


Die Linzer Basalt-Schleife führt durch canonartige Bachtäler

Zum Schluss fällt die Route in ein canonartiges Bachtal hinein, das dem Alwiesbach zustrebt

Im letzten Drittel der Tour fällt die Basalt-Schleife von der Dattenberger Grillhütte in eine canonartige Schlucht hinein, die von einem unbenannten Gewässer durchflossen wird. Es handelt sich dabei um einen linksseitigen Zufluss des Alwiesbaches. Dabei überrascht uns die Route erneut mit ihrem pfadigen Verlauf und den erregenden Tiefblicken in die enge Schlucht. Wir folgen dem Gewässer stets talwärts wandernd in das Alwiesbachtal. Ein breiter Uferweg führt uns schließlich zurück in den Start- und Zielort Linz.


Am Ratsherrenbrunnen auf dem historischen Marktplatz von Linz endet die Tour

Nach der beeindruckenden Wanderung über die Basalt-Schleife wird die Linzer Altstadt bewundert

In Linz nehmen wir uns die Zeit, um die historische Altstadt näher in Augenschein zu nehmen. Die mittelalterliche Stadtbefestigung wurde im Jahre 1320 aus Basaltsäulen des Minderbergs erbaut. Von den einstmals vier Stadttoren sind mit dem Rhein- und Neutor zwei erhalten geblieben. Den schön gestalteten Linzer Marktplatz ziert das historische Rathaus von 1517. Es handelt sich dabei um das älteste Rathaus von Rheinland-Pfalz. Das besondere Highlight ist das Glockenspiel. Mehrmals täglich erklingen die 23  Glocken mit unterschiedlichen Melodien.

Fazit und abschließende Bemerkungen:

Die knapp zwölf Kilometer lange Themenrunde Linzer Basalt-Schleife verbindet die Geschichte des Linzer Basalts mit einem erregenden Naturerlebnis, das mit der Durchwanderung von drei tief eingeschluchteten Tallagen und mehreren traumhaften Rheintalblicken jeden Wanderer tief beeindruckt. Leider führen die in jeder Wanderkarte sichtbaren Teichanlagen kein Wasser (Stand April 2026), was sehr bedauerlich ist, die Einordnung im Premiumsegment von Profirouten aber nicht beeinträchtigt. Besondere Highlights der Route sind ohne Zweifel die Panoramablicke vom Kaiserberg und von Koppe Kreuz ins Rheintal und die beeindruckende Altstadt des Start- und Zielortes Linz. Zum guten Gesamteindruck leisten auch die abwechslungsreiche Streckenführung, mit den in Teilabschnitten pfadigen Verläufen, und die zahlreichen Infostände einen entscheidenden Beitrag. So erscheinen vier von fünf möglichen Sternen in den Kategorien Landschaft und Erlebnis durchaus angemessen. Rast- und Ruhemöglichkeiten entlang der Runde sind in ausreichender Zahl vorhanden. Die Beschilderung ist durchgängig und gut sichtbar angebracht.

Tipp des Autors:

Wer von der linken Rheinseite anreist, sollte sein Auto auf dem Parkplatz am Fähranleger von Remagen-Kripp stehen lassen und anschließend die Fähre nach Linz benutzen, um die Wanderung auf dem Marktplatz zu beginnen. Der Obolus für das Übersetzen beträgt zweimal 1,20 €. So erspart man sich
a) die Anfahrt hinauf zum Kaiserberg und/oder
b) die lästige und sicherlich nicht kostenfreie Parkplatzsuche in der viel besuchten Rheinstadt Linz.

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