Aussichtsreich entlang der Wied im Naturpark Rhein-Westerwald
Wichtiger Hinweis:
Die nachfolgend beschriebene 6. Etappe des Wiedweges wurde infolge von nicht behobenen Windbrüchen dauerhaft umgeleitet. Sie endet nicht in Arnsau, wie vielfach im Internet noch festzustellen ist, sondern in Rossbach/Wied.
Die achtzehn Kilometer lange 6. Etappe des Wiedwegs von Neustadt/Wied nach Rossbach im Naturpark Rhein-Westerwald folgt dem Mittellauf der Wied auf schmalen Uferpfaden und breiten, abwechslungsreichen Wald- und Wiesenwegen. Mehrmals werden auf der Route traumhafte Aussichtspunkte angelaufen, die grandiose Tiefblicke ins Wiedtal ermöglichen. Dabei führt der Wiedweg immer wieder auf holprigen Wurzelsteigen direkt an der Wied entlang. Besonders prägend für diese Wiedwegetappe sind die stetigen Wechsel der Landschaft. Mal geht es durch sattgrüne Flussauen und auf den Wiedhöhen über ausgedehnte Freiflächen hinweg, um kurz darauf in lichte Waldparzellen einzutauchen. Außer den herrlichen Fernblicken und Panoramapunkten sind außergewöhnliche Highlights entlang der Route nicht anzutreffen. Trotzdem kommt in keinem Teilabschnitt Langeweile auf.
Auf schmalen Uferpfaden führt der Wiedweg im Krummenauer Wiedbogen überaus idyllisch am Fluss entlang
Wir beginnen die Wanderung über die 6. Etappe des Wiedwegs auf dem Kirchenvorplatz in Neustadt/Wied. Hier steht ausreichender Parkraum zur Verfügung. Mit der L255 überschreiten wir die Wied und folgen der Asphaltpiste in einem Linksbogen etwa 100 Meter. Links abzweigend führt ein breiter Naturweg durch einen Tunnel und vorbei am Geotop Neustadter Rippel zum Ufer der Wied. Pfadig steigt die Route entlang der Wied in den Wald hinein. Überaus imposant läuft der Wiedweg durch den steilen Wiedhang, um kurz darauf den Neustadter Ortsteil Krummenau zu durchmessen. Erneut wird die Wied über eine Fußgängerbrücke gequert. Links des Flusses geht es sodann auf einem asphaltierten Uferweg zum Campingplatz von Neustadt hinüber. Der Bleibach, ein Zulauf zur Wied, wird über einen hölzernen Steg gequert. Dann führt die Route überaus idyllisch auf schmalen Uferpfaden im Krummenauer Wiedbogen in einem ständigen Auf und Ab am Fluss entlang.
Mit der Routenführung des Wiedweges wird die mächtige Pfeilerkonstruktion der A3 unterschritten
Schließlich verlässt die Route den unmittelbaren Bereich der Wied, steigt pfadig zu einer Freifläche hinauf und quert die L255. Auf weiche Wiesenwege folgt erneut eine Waldpassage. Dabei unterläuft der Wiedweg die mächtige Pfeilerkonstruktion der A3, die hier über das Wiedtal führt. Im Talgrund kreuzen die Wanderer beim Weiler Steeg den Bach Bürreseifen und folgen breiten Forstwegen sanft ansteigend erneut in den Wald. Über das Wiedtal hinweg zeigen sich in diesem Teilabschnitt mehrmals schöne Fernsichten. Wir durchmessen die Ortschaft Kodden, laufen über asphaltierten Grund durch die sattgrünen Wiedauen und queren dabei den Bach Langewiese, der hier in die Wied mündet. Hinter der rechts von der Route abzweigenden Wiedbrücke geht es auf erregenden Uferpfaden wieder direkt am Fluss entlang. In diesem wunderschönen Teilstück zeigt sich die Wied ausgesprochen wild. Umgestürzte Bäume liegen quer zum Fluss und kleine mit Felsen durchsetzte Passagen sorgen für einen abwechslungsreichen Streckenverlauf.
Tief unten im Wiedtal sind von einem Aussichtspunkt der Weiler Sengenau und der Niederhoppen Hof zu sehen
Erneut treffen die Wanderer auf die L255, die der Wiedweg ein kurzes Stück begleitet. Links abzweigend von der Landstraße steigt die Route durch Buschwerk und über Wiesengelände in den Hang. Dabei schweift der Blick zurück ins Wiedtal und auf die Ortschaft Oberhoppen. Nach Querung der K78 führt die Route am Westerwaldort Strauscheid vorbei. Ständig wechselt dabei das Landschaftsbild. Mal geht es über aussichtsreiche Wiesenflächen und kurz darauf durch lichte Waldparzellen. Von einem Aussichtspunkt fällt wenig später ein grandioser Blick ins Wiedtal, auf den Weiler Sengenau rechts der Wied und den Niederhoppen Hof links des Flusses. Jetzt läuft der Wiedweg am Waldsaum entlang und trifft auf den Westerwaldsteig. Gemeinsam führen beide Fernwanderwege ausgesprochen windungsreich an der Abbruchkante der Wiedhöhen entlang.
Von der exponierten Felsenkanzel der Weißenfelser Lay fällt ein grandionser Blick ins Wiedtal
Gleich mehrere Felsennester werden dabei mit einer pfadigen Routenführung angelaufen, die traumhafte Tiefblicke ins waldreiche Wiedtal ermöglichen. Absolutes Highlight in diesem Teilabschnitt ist der Wiedtal-Panoramablick von der Weißenfelser Lay. Von dieser herausragenden Aussichtskanzel sind im Talgrund der Campingplatz Alsau zu sehen und zur rechten Seite hin zeigt sich das windungsreiche Tal der Wied. Jenseits des Flusses schweift der Blick über die Wiedhöhen hinweg weit in den Naturpark Rhein-Westerwald. Die an der Weißenfelser Lay anzutreffende Schutzhütte nutzen wir zu einer ausgiebigen Wanderrast und marschieren danach an der Ortschaft Weißenfels vorbei. Alsbald verlässt der Wiedweg die Routenführung des Westerwaldsteigs und führt über Forstwege und Waldpfade in den Zielort Rossbach. Vorbei am Hotel Strand-Cafe gelangen wir über die Hängebrücke und die Straßenbrücke der L256 zum Parkplatz an der Wiedhalle. Hier endet eine sehr schöne Streckenwanderung auf dem Wiedweg.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die achtzehn Kilometer lange 6. Etappe des Wiedweges von Neustadt nach Rossbach verzeichnet keine spektakulären Höhepunkte wie bizarre Felsformationen oder mittelalterliche Gemäuer. Allein die in großen Teilbereichen pfadige Routenführung, die traumhaften Tiefblicke ins Wiedtal und die Fernsichten über die Höhenzüge des Rheinischen Westerwaldes sorgen für ein Wanderspektakel in Premiumqualität. Hinzu gesellt sich ein ständiger Wechsel des Landschaftsbildes. Mal geht es auf lauschigen Uferpfaden direkt an der Wied entlang, um kurz darauf zu den Wiedhöhen hinauf zu steigen und über aussichtsreiche Freiflächen und durch lichte Waldparzellen zu wandern. Mit der eingangs erwähnten Routenänderung ist dem Streckenverlauf leider ein weiteres erregendes Teilstück entlang der Wied abhanden gekommen. Trotzdem scheinen vier von fünf Sternen in den Kategorien Landschaft und Erlebnis vertretbar zu sein. Rast- und Ruheplätze werden auf der 6. Etappe in genügender Zahl angeboten. Die Beschilderung ist nahezu unverlaufbar und gut sichtbar angebracht.




















