Entdeckungstour durch das klösterlich geprägte untere Wiedtal
Die knapp zehn Kilometer lange 7. Etappe des Wiedweges von Rossbach nach Niederbreitbach läuft links und rechts der Wied auf breiten Wald-, Wiesen- und Uferwegen überaus kurzweilig durch eine intakte und natürliche Flusslandschaft. Die von jedem Wanderer so sehr geschätzten schmalen Pfade gehören in nicht unerheblichem Maße ebenfalls zum Streckenprofil. Asphaltiertes Geläuf wird außerhalb der Ortschaften nur in kurzen Teilabschnitten begangen. Die 7. Etappe des Westerwälder Weitwanderweges führt am Mutterhaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen vorbei. Hier ist eine Einkehr möglich. Von den Klosterbergterrassen und wenig später vom Clausberg fallen herrliche Tief- und Weitblicke ins Wied- und Fockenbachtal.
Gleich zu Beginn führt der Wiedweg auf einem geteerten Weg an der Wied entlang
Wir beginnen die Streckenwanderung am rechten Wiedufer in Rossbach. Direkt an der L256 befindet sich ein Parkplatz, der kostenlosen Parkraum in ausreichender Zahl aufweist. Nach dem Start führt uns die Wiedweg-Beschilderung auf einem geteerten Uferweg an der Wied entlang. Während rechts der Route Felsen aufragen, zeigt sich zur Linken mehrmals die Wied, der wir jetzt in Fließrichtung folgen. In einem sanften Rechtsbogen verlässt der Wiedweg kurz darauf den unmittelbaren Uferbereich und führt durch die weitläufigen, sattgrünen Wiedauen. Schließlich geht der asphaltierte Wegeabschnitt in einen breiten Fahrweg über, der in eine kleine Waldparzelle einmündet und an drei Fischteichen entlangführt. Nach einem scharfen Linksschwenk wird der Wallbach, ein rechtsseitiger Zufluss der Wied. überschritten.
Nach Querung der Wied wird der jüdische Friedhof von Waldbreitbach angelaufen
Nach Querung des Wallbaches führen breite Waldwege durch den lichten Forst. Der Waldbreitbacher Ortsteil Gasbitze wird durchschritten, um danach wieder auf asphaltiertem Grund ins Wiedtal hinab zu marschieren. Am Campingplatz Wiedhof führt eine Metallbrücke über die Wied. Jetzt am linken Flussufer geht es ein kurzes Stück an der L255 entlang. Die Wanderer überschreiten die Straße und steigen mit einem schmalen Pfad in den bewaldeten Hang. Der Weitwanderweg führt am Jüdischen Friedhof von Waldbreitbach vorbei, der direkt am Waldrand anzutreffen ist. Die Begräbnisstätte wurde 1830 eröffnet und bis ins Jahr 1940 belegt. Das 1378 m² große Areal weist 43 Grabsteine auf, die heute teilweise mit Efeuranken zugewachsen sind.
Aussichtsreich führt der Weitwanderweg hoch über Waldbreitbach durch den steilen Wiedhang
Im weiteren pfadigen Verlauf wird ein kleines Gewässer nach einem scharfen Rechtsknick über einen Holzsteg gequert. Sanft bergab wandernd gelangen wir nach Waldbreitbach. Eingangs der Ortschaft vollzieht der Wiedweg in der Oberdorfstraße einen scharfen Linksschwenk. Die K90 wird ausgangs der Bebauung überschritten und sodann an drei Fischteichen vorbei marschiert. Erneut steigen schmale Waldpfade in den steilen Wiedhang, um kurz darauf in halber Hanglage hoch über Waldbreitbach den gut sichtbar angebrachten Wegezeichen des Wiedweges zu folgen. Mehrmals zeigt sich dabei tief unten im Wiedtal der schmucke Westerwaldort, der als Weihnachtsdorf Bekanntheit erlangte.
Von der klösterlichen Panoramaterrasse genießen wir herrliche Tiefblicke ins Wiedtal
Die Wanderer folgen der Routenführung des Wiedwegs in Richtung Glockscheid und treffen wenig später auf dem Klosterberg auf das Mutterhaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Der Orden wurde 1863 von Rosa Flesch gegründet. Das für Besucher zugängliche Areal umfasst einen Bibelgarten, in dem über hundert verschiedene Pflanzenarten anzutreffen sind. Darüber hinaus unterhalten die Franziskanerinnen seit dem Jahre 2003 einen Schöpfungspfad der durch Gärten und Streuobstwiesen führt. Ein Cafe-Restaurant mit Panoramaterrasse lädt zur Einkehr ein. Auch wir lassen uns nicht lange bitten und legen eine Wanderpause ein. Von der klösterlichen Terrasse genießen wir herrliche Ausblicke auf die Ortschaft Hausen tief unten im Wiedtal.
Von einem Aussichtspunkt genießen wir einen grandiosen Tiefblick ins Fockbachtal
Gut gestärkt verlassen wir das Kloster Marienhaus, streifen den Waldbreitbacher Ortsteil Glockscheid und wandern dann auf einem breiten Wiesenweg zum nächsten Highlight hinüber. Von einem Aussichtspunkt mit einer Sitzgruppe fällt ein grandioser Blick ins Fockenbachtal und auf die Neuerburg, die über einem bewaldeten Höhenzug aufragt. Leicht abfallend und sodann stark ansteigend führt der Wiedweg zum Clausberg hinauf. Die 223 Meter hohe Erhebung wird überschritten, um danach in engen Serpentinen und vorbei an der Laurentiuskapelle bergab nach Niederbreitbach zu wandern. Am Wiedufer endet die ereignisreiche 7. Etappe des Wiedweges. Wer möchte, kann die Wied mittels einer Straßenbrücke queren und am gegenüberliegenden Flussuferin der Campingplatz-Gaststätte des Campingplatzes Neuerburg die Wanderung ausklingen lassen.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die 7. Etappe des Wiedweges von Rossbach nach Niederbreitbach ist eine kurzweilige, nur knapp zehn Kilometer lange Streckenwanderung durch das Wiedtal. Die Route tritt nur zu Beginn der Tour direkt an den Fluss heran und schwingt sich meist auf pfadigem Geläuf zu den aussichtsreichen Wiedhöhen hinauf. So sind die herrlichen Tiefblicke ins Wied- und Fockenbachtal absolute Höhepunkte auf dem siebten Teilabschnitt des Weitwanderweges. Vermisst wurde die Einbindung der ausbesserungsbedürftigen Schutzhütte auf dem Clausberg in die Streckenführung. Sie ermöglicht einen schönen Blick auf den Zielort Niederbreitbach. Die Beschilderung ist auf der gesamten Strecke gut sichtbar und lückenlos angebracht. Rast- und Ruheplätze sind in ausreichender Zahl vorhanden.
Tipp des Autors:
Wer die nur kurze Wiedwegetappe zu einer Rundwanderung umwandeln möchte, kann, so wie wir es gemacht haben, vom Campingplatz Neuerburg mit der Routenführung des Westerwaldsteigs zurück nach Rossbach wandern. Die Gesamtstreckenlänge beträgt dann allerdings nahezu 22 Kilometer.





















