Die bizarren, steil aufragen Schieferbastionen der Felsenarena begeistern jeden Wanderer
Im Talgrund des Lützbachtales ist geruhsames Genusswandern angesagt. Die Traumschleife läuft durch die wiesenreiche und sonnenverwöhnte breite Talaue. In einem weiten Linksbogen tritt die Route in den Wald ein und quert den Lützbach mittels eines überdachten Holzsteges zum ersten Mal. Der Lützbach ist ein rechtsseitiges Nebengewässer der Mosel, das bei Sabershausen auf einer Seehöhe von 300 Metern entspringt und nach zwölf Bachkilometern bei Treis-Karden einmündet. Das einsame Bachtal wies im Mittelalter eine ganze Reihe von Mühlen auf, die teilweise heute noch bewohnt sind. Im weiteren Verlauf queren die Wanderer das quirlige Gewässer erneut, diesmal über einen metallenen Steg. Hinter der Brücke geht es eng am Bach entlang. Kurz darauf wachsen links der Traumschleife bizarre Schieferformationen in den Himmel, die man als Felsenarena bezeichnet. Wild zerklüftet, mit Moosen und Flechten bewachsen, ragen die schroffen, mit unzähligen Klüften und Schründen versehenen Felswände empor und sorgen somit für den zweiten, dramatischen Höhepunkt in der Traumschleife Josefsblick.
Im letzten Drittel der Traumschleife geht es pfadig durch das trocken gefallene Fehlbachtal
An der kurz darauf anzutreffenden Einmündung des Fehlbaches nutzen wir die dort installierte hölzerne Kanzel zu einer kurzen Trinkpause. Dann verlassen wir das Lützbachtal und folgen nunmehr dem Fehlbach entgegen der Fließrichtung talaufwärts. Auch in diesem Teilabschnitt gestaltet sich die Streckenführung in der engen Schlucht ausgesprochen pfadig und interessant. Denn überaus kurzweilig läuft die Traumschleife auf erdigen Uferpfaden eine ganze Weile am Fehlbach entlang. Mehrmals wird dabei die Bachseite gewechselt. Allerdings ist das Gewässer nach der lang anhaltenden Dürreperiode der letzten Wochen nahezu trocken gefallen, weshalb das Schiefergestein im Bachbett deutlich sichtbar zutage tritt. Erst im oberen Fehlbachtal endet dieser erregende Pfadabschnitt. Über eine mehrstufige Treppe gelangen die Wanderer auf einen breiten Forstweg. Nach rechts schwenkend geht es wenig später mit einem asphaltierten Wirtschaftsweg an der Dommershausener Kläranlage vorbei und anschließend links abzweigend, über die offene Feldflur sanft bergan wandernd, zurück zum Ausgangspunkt dieser schönen Traumschleifenrunde, dem Wanderparkplatz an der L205.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die acht Kilometer lange Traumschleife Josefsblick verfügt über eine abwechslungsreiche, in großen Teilabschnitten auch pfadige Routenführung, die eine Einordnung im Premiumsegment von Profirouten durchaus rechtfertigt. Absolute Höhepunkte der Tour sind die grandiosen Ausblicke vom Panoramapunkt Josefsblick ins Lützbachtal und die sich daran anschließende pfadige Durchwanderung des Lützbachtales mit den beeindruckenden Schieferbastionen der Felsenarena. Hinzu gesellt sich eine Abgeschiedenheit, die auch auf dem Hunsrück wohl ihresgleichen sucht. Gleich zu Beginn und zum Ende der Tour eröffnen sich herrliche Fernblicke in den vorderen Hunsrück. Vier von fünf möglichen Bewertungssternen in den Kategorien Landschaft und Erlebnis scheinen daher durchaus angemessen zu sein. Die Beschilderung ist üppig und gut sichtbar angebracht. Rast- und Ruheplätze werden in allen Teilabschnitten der Traumschleife in ausreichender Zahl vorgehalten.
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