Die bizarren, steil aufragen Schieferbastionen der Felsenarena begeistern jeden Wanderer
Im Talgrund des Lützbachtales ist geruhsames Genusswandern angesagt. Die Traumschleife läuft durch die wiesenreiche und sonnenverwöhnte breite Talaue. In einem weiten Linksbogen tritt die Route in den Wald ein und quert den Lützbach mittels eines überdachten Holzsteges zum ersten Mal. Der Lützbach ist ein rechtsseitiges Nebengewässer der Mosel, das bei Sabershausen auf einer Seehöhe von 300 Metern entspringt und nach zwölf Bachkilometern bei Treis-Karden einmündet. Das einsame Bachtal wies im Mittelalter eine ganze Reihe von Mühlen auf, die teilweise heute noch bewohnt sind. Im weiteren Verlauf queren die Wanderer das quirlige Gewässer erneut, diesmal über einen metallenen Steg. Hinter der Brücke geht es eng am Bach entlang. Kurz darauf wachsen links der Traumschleife bizarre Schieferformationen in den Himmel, die man als Felsenarena bezeichnet. Wild zerklüftet, mit Moosen und Flechten bewachsen, ragen die schroffen, mit unzähligen Klüften und Schründen versehenen Felswände empor und sorgen somit für den zweiten, dramatischen Höhepunkt in der Traumschleife Josefsblick.
Im letzten Drittel der Traumschleife geht es pfadig durch das trocken gefallene Fehlbachtal
An der kurz darauf anzutreffenden Einmündung des Fehlbaches, mit der Gelegenheit zu einer Wanderrast unter einer imposanten hölzernen Kanzel, verlassen wir das Lützbachtal und folgen nunmaehr dem Fehlbach entgegen der Fließrichtung talaufwärts. Auch in diesem Teilabschnitt gestaltet sich die Streckenführung in der engen Schlucht ausgesprochen pfadig. Es geht ständig am Gewässer entlang. Allerdings ist der Fehlbach nach einer lang anhaltenden Dürreperiode nahezu trocken gefallen, weshalb das Schiefergestein im Bachbett deutlich sichtbar zutage tritt. Überaus kurzweilig läuft die Traumschleife auf erdigen Uferpfaden eine ganze Weile am Fehlbach entlang. Mehrmals wird dabei der Bach überschritten. Nach einem kurzen Steilanstieg im oberen Fehlbachtal endet dieser tolle Pfadabschnitt nach dem Durchsteigen einer Treppe auf einem breiten Forstweg. Mit einem asphaltierten Wirtschaftsweg geht es an der Dommershausener Kläranlage vorbei und anschließend sanft ansteigend über breite Feldwege zurück zum Ausgangspunkt dieser schönen Traumschleifenrunde, dem Wanderparkplatz an der L205.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die erst kürzlich eröffnete (Stand 2026) knapp neun Kilometer lange Traumschleife Josefsblick verfügt über eine abwechslungsreiche, in großen Teilabschnitten auch pfadige Routenführung, die eine Einordnung im Premiumsegment durchaus rechtfertigt. Absolute Höhepunkte der Tour sind die grandiosen Ausblicke vom Panoramapunkt Josefsblick ins Lützbachtal und die sich anschließende pfadige Durchwanderung des Lützbachtales mit den beeindruckenden Schieferbastionen der Felsenarena. Hinzu gesellt sich eine Abgeschiedenheit, die auch auf dem Hunsrück ihresgleichen sucht. Gleich zu Beginn und zum Ende der Tour eröffnen sich herrliche Fernblicke in den vorderen Hunsrück. Vier von fünf möglichen Bewertungssternen in den Kategorien Landschaft und Erlebnis scheinen daher durchaus angemessen zu sein. Die Beschilderung ist üppig und gut sichtbar angebracht. Rast- und Ruheplätze werden in den meisten Teilabschnitten der Traumschleife in ausreichender Zahl vorgehalten.
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