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Höhe (min): Meter
Höhe (max): Meter
Gesamtabstieg: Meter
Gesamtanstieg: Meter
Gesamtanstieg: 349 Höhenmeter
Gesamtabstieg: 349 Höhenmeter
Anfahrt planen:
Region: Taunus
Art: Rundwanderung
Kilometer: 16
Schwierigkeit:
Kondition:
Landschaft:
Erlebnis:
Beste Jahreszeit: März, April, Mai, Juni, Juli, Aug., Sept., Okt.

Abgeschiedene Rundwanderung im Naturpark Rhein-Taunus

Auf einer Länge von knapp sechzehn Wanderkilometern führt der Wisper Trail Nr. 12 - Der Überhöhische - durch den abgeschiedenen Wispertaunus. Breite, oftmals eintönige Wald- Feld- und Wiesenwege bestimmen das Streckenprofil. Schmale Pfade werden nur in zwei kurzen Teilabschnitten begangen. Herausragende Höhepunkte sind auf diesem Wisper Trail leider keine zu verzeichnen. So kann sich die Strecke mit den von Profirouten bereits erwanderten Partnerwegen Wispertalsteig und Wisper Trail Nr. 8 - Naurother Grubengold kaum messen. Allerdings wartet die Rundwanderung mit einer Reihe von schönen Fernsichten in den Wispertaunus auf, der Bestandteil des Naturparks Rhein-Taunus ist. Die ungewöhnliche Namensgebung geht auf die anzulaufenden überhöhischen Dörfer Fischbach und Hausen vor der Höhe zurück. Sie gehörten früher zu Kurmainz und waren durch das Rheingauer Gebück isoliert. Es handelte sich dabei um eine vornehmlich aus „gebückten“ Hainbuchen bestehende natürliche Befestigung die den Rheingau über fünf Jahrhunderte östlich und nördlich abschloss, bis die Grenzziehung 1771 aufgegeben wurde. Weitere zehn Orte sind den überhöhischen Dörfern zuzuordnen zu denen auch Bad Schwalbach gehört.


Auf dem Zuweg zum Wisper Trail im Fischbachtal

Mit der Zuwegsbeschilderung des Wisper Trails geht es in das idyllische Fischbachtal hinein

Verschiedene Startpunkte kann man wählen, um in den Wisper Trail - Der Überhöhiische - einzusteigen. Wir entscheiden uns für den Wanderparkplatz in Fischbach und folgen der gelben Zuwegsbeschilderung in das idyllische Fischbachtal. Nach einem scharfen Linksschwenk wird der Fischbach erstmals überschritten. Der breite Fahrweg führt weiter in das Tal hinein. Schon wenig später queren die Wanderer das unscheinbare Gewässer erneut und steigen über Wiesenflächen zum Waldrand hinauf. Hier treffen wir auf die blauen Wegezeichen der Hauptroute des Wisper Trails, denen wir links abzweigend von nun an im Uhrzeigersinn folgen. Die Route führt an einem herbstbunten Waldsaum entlang. Wildschweine haben hier ganze Arbeit geleistet und den Weg gehörig umgeackert. In einem weiten Rechtsbogen geht es durch eine lichte, von der Herbstsonne verwöhnte Waldparzelle. Leider trüben hier rechts und links der Wanderroute abgestellte, uralte verrostete landwirtschaftliche Gerätschaften den guten Gesamteindruck.


An der Wassertretanlage Fortelbach im Wisper Trail

Im Fischbachtal treffen die Wanderer auf die Wassertretanlage Fortelbach

Im weiteren Verlauf überqueren wir den Fischbach zum dritten Mal. Der Fischbach ist ein linkes Nebengewässer der Wisper, das in der Nähe von Dickschied einmündet. Wir bleiben am Fischbach und folgen jetzt der Beschilderung bachaufwärts in Richtung Hausen vor der Höhe. Es geht an der Finkenwiese vorbei, die rechts des Wegverlaufes liegt und schön anzusehen ist. Der breite Fahrweg bringt uns kurz darauf zur Wassertretanlage Fortelbach. An der dort anzutreffenden Sitzgruppe legen wir eine Trinkpause ein. Dann folgen die Wanderer einem schmalen Wiesenpfad, der wenig später links schwenkend erneut in einen Waldweg übergeht. Den kurz darauf von der Route rechts abzweigenden, wenig lohnenden Abstecher zu einer Basaltgrube, kann man getrost ignorieren, da der aufgegebenen Bruch vollkommen zugewachsen ist. Im weiteren Verlauf führt der Wisper Trail an einem Biotopgewässer und an einem idyllischen Weiher entlang. Letzterer wird vom Fischbach gespeist und wurde in den zurückliegenden Jahrhunderten als Flachsröste genutzt. Dabei wird der Flachs zur Weiterverarbeitung und zur Gewinnung der Flachsfasern eine zeitlang im Wasser gelagert.


Immer wieder erfreut uns die Route mit schönen Ausblicken in die waldreiche Landschaft des Wispertaunus

Über landwirtschaftliche Nutzflächen gelangen wir nach Hausen vor der Höhe. Wir streifen das überhöhische Dorf lediglich am Ortsrand. Scharf recht schwenkend geht es außerhalb der Bebauung durch ausgedehntes Wiesengelände bergab. Auch in diesem Wegeabschnitt erfreuen wir uns an schönen Ausblicken in die hügelige Landschaft des Wisprertaunus. Der Wisper Trail umrundet den 455 Meter hohen Hauser Berg. Dabei zeigt die Route endlich den bisher so sehr vermissten pfadigen Verlauf. Weiche erdige Waldpfade laufen durch Niederwald und Heckengelände. Ein imposanter Spechtbaum ragt links der Strecke auf. Leider hat dieser erregende Pfadabschnitt alsbald ein Ende. Der Wisper Trail quert auf breiten Wiesenwegen die Asphaltpiste der K669 und steigt zum Waldrand hinauf. Eine dort anzutreffende Ruhebank nutzen wir zu einer ausgiebigen Wanderrast. 

Blick auf den Start- und Zielort Fischbach vom Wisper Trail

Am Ochsenberg hoch über dem Start- und Zielort Fischbach sind Äskulapnattern beheimatet

In dem nun folgenden letzten Drittel führt der Wisper Trail aussichtsreich durch Waldparzellen und über landwirtschaftlich genutzte Freiflächen. Dabei ist links tief unten im Tal der Start- und Zielort Fischbach zu sehen. Schließlich fällt die Route nach einem pfadigen Verlauf erneut in das Fischbachtal hinein. Im Talgrund treffen die Wanderer auf den eingefassten Fischbacher Sauerbrunnen. Wir nehmen einen Schluck des köstlichen Mineralwassers, queren den Fischbach über einen hölzernen Steg und folgen der linksschwenkenden Routenbezeichnung des Wisper Trails bis in die Ortsmitte von Fischbach. Vom Dorfmittelpunkt steigen die Wanderer in die Flanke des Ochsenberges, der mit weiteren schönen Fernsichten aufwartet. Am Ochsenberg ist die seltene, jedoch ungiftige Äskulapnatter anzutreffen. Mit einer Länge von nahezu zwei Metern gehört sie zu den größten Schlangen Europas. Die Bezeichnung des nahegelegenen Ortes Schlangenbad geht auf das Vorkommen der Äskulapnattern am Ochsenberg zurück. Vom Ochsenberg ist es nicht mehr weit bis zum Start- und Zielpunkt dem Parkplatz an der Fischbachhalle.


Fazit und abschließende Bemerkungen:

Der knapp sechzehn Kilometer messende Wisper Trail Nr. 12 – Der Überhöhische verfehlt die so begehrte Premiumqualität in den Kategorien Erlebnis und Landschaft vollumfänglich. Profirouten vergibt in beiden Kriterien lediglich zwei von fünf möglichen Bewertungssternen. Allein ein Wassertretbecken, zwei kurze, zugegebenermaßen erregende Pfadabschnitte und eine eingefasste Mineralwasserquelle genügen nicht, um im Premiumsegment von Profirouten einen Platz zu finden. Die relativ zahlreichen schönen Ausblicke in die hügelige und waldreiche Landschaft des Wispertaunus vermögen diesen Misstand nicht aufzuwiegen, der durch die vor sich hin rostenden landwirtschaftlichen Gerätschaften im ersten Teilabschnitt noch negative Verstärkung erfährt. Die Einordnung als Premiumwanderung durch das Deutsche Wanderinstitut ist daher kaum nachvollziehbar. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist die Beschilderung ausreichend und gut sichtbar angebracht. Rast- und Ruheplätze sind entlang der Strecke in genügender Zahl vorhanden.

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