Von der bewaldeten Anhöhe hoch über dem Mandelbachtal schweift ein schöner Blick über den hügeligen Bliesgau
Naturbelassene Wald- und Wiesenwege führen im Mandelbachtal durch das Naturschutzgebiet „Südlicher Bliesgau/Auf der Lohe“. Das knapp 1.600 ha große Gebiet wurde im Jahre 2004 unter Schutz gestellt. Westlich der Blies umfasst es schützenswerte Höhenzüge und die damit verbundenen Hangflächen. Eine solche Hanglage, die von einem riesigen Sonnenblumenfeld bedeckt ist, wird wenig später im Aufstieg durchwandert. Von der bewaldeten Anhöhe schweift sodann ein schöner Blick in den hügeligen Bliesgau. Der Fernwanderweg führt über den Höhenzug hinweg und tritt schließlich zur anderen Seite hin aus dem Wald hervor. Gen Osten sind in einer weitläufigen Senke die Ortschaften Reinheim und Gersheim zu sehen. Am Dorfrand von Reinheim vollzieht der Fernwanderweg einen scharfen Linksschwenk. Ein fein geschotterter Weg führt an einem Wegekreuz vorbei und anschließend wieder in den Wald hinein.
Direkt am Bliessteig befindet sich ein Hügelgrab aus der Bronzezeit mit fünf nachgewiesenen Grablegen
Auch auf dem weiteren Weg durch das Biosphärenreservat Bliesgau in Richtung Bebelsheim dominieren breite, naturbelasse Waldwege das Streckenprofil. Für die bis dahin schmerzlich vermisste Kurzweil sorgt im letzten Drittel der Tour ein gut erhaltenes Hügelgrab aus der Bronzezeit, das über einen kleinen links abzweigenden Stichweg zu erreichen ist. Die bis dahin unscheinbare Erhebung wurde im Jahre 1971 entdeckt und als Hügelgrab aus dem 15. Jhrt. v. Chr. definiert. Durch archäologische Grabungen und anschließende andropologische Untersuchungen wurden fünf Grablegen eindeutig nachgewiesen. Es handelt sich dabei um die ältesten Skelettfunde im Saarland. Bronzene Grabbeigaben wurden ebenfalls gefunden und sichergestellt. Vom Hügelgrab führen Waldwege unterhalb des 372 Meter hohen Hannock hinüber zur Bebelsheimer Wanderhütte. Hier befindet sich der Zielpunkt der 2. Etappe des Bliessteigs. Der sich nunmehr anschließende und nicht vermeidbare Abstieg nach Bebelsheim verlängert den Routenverlauf um etwas mehr als einen Kilometer. So beenden wir die Streckenwanderung erst am Wendelinusbrunnen in Bebelsheim.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Der, einschließlich des Abstiegs nach Bebelsheim, knapp 15 Kilometer messende 2. Teilabschnitt des Bliessteigs mag nicht recht zu begeistern und büßt gegenüber der 1. Etappe an Attraktivität ein. Dafür verantwortlich zeichnet der meist eintönige Streckenverlauf, der in übergroßer Zahl breite, langweilige und oftmals schnurgerade durch den Forst laufende Waldwege umfasst. Die wenigen schönen Ausblicke vermögen diesen Mangel an Kurzweil nicht aufzuwiegen. Höhepunkte sind absolute Mangelware. Lediglich die klösterlichen Anlagen in Gräfinthal gleich zu Beginn der Tour und das Hügelgrab aus der Bronzezeit können als solche bezeichnet werden. So wird die Zahl von drei Sternen in den Kategorien Landschaft und Erlebnis leider nur knapp erreicht und wohlwollend vergeben. Unterwegs sind Rast- und Ruheplätze in ausreichender Zahl anzutreffen. Die Beschilderung ist gut sichtbar und nahezu unverlaufbar angebracht.
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