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Höhe (min): Meter
Höhe (max): Meter
Gesamtabstieg: Meter
Gesamtanstieg: Meter
Gesamtanstieg: 325 Höhenmeter
Gesamtabstieg: 325 Höhenmeter
Anfahrt planen:
Region: Eifel
Art: Themenrunde
Kilometer: 11
Schwierigkeit:
Kondition:
Landschaft:
Erlebnis:
Beste Jahreszeit: März, April, Mai, Juni, Juli, Aug., Sept., Okt.

Hocheifel-Vulkanismus und Rennsportfeeling rund um die Nürburg

Die knapp elf Wanderkilometer messende Themenrunde „Auf den Spuren der Grünen Hölle“ befasst sich mit der Entstehung der Nordschleife des Nürburgrings in den 20iger Jahren des vorigen Jahrhunderts und dem Hocheifel-Vulkanismus im Erdzeitalter des Tertiärs. Hinzu gesellen sich grandiose Weitsichten über die bewaldeten Eifelhöhen, ein mittelalterliches Gemäuer das in der Region wohl seinesgleichen sucht und eine ausgesprochen vielschichtige Flora und Fauna, die für den interessierten Wanderer anhand von Hinweistafeln ausführlich beschrieben wird. Das kurzweilige Streckenprofil umfasst in überwiegender Zahl breite naturbelassene Forst- und Wiesenwege. In kurzen Teilabschnitten wird auch über schmale, erdige Waldpfade gewandert. Asphaltiertes Geläuf ist außerhalb der Ortslagen nur in geringem Umfang anzutreffen.


Traumhafte Weitsichten von der Themenrunde über die Hocheifel

In den Feuchtwiesen der Stroth haben wilde Orchideen einen geschützten Standort gefunden

Wir beginnen die Themenrunde auf dem Wanderparkplatz im Eifelort Nürburg zu Füßen der gleichnamigen Burgruine. Hier steht kostenloser Parkraum zumindest an Werktagen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Unterhalb des Hotels „Zur Nürburg“ führt uns die Beschilderung in den Wald hinein. Auf einem breiten Forstweg wird die tertiäre Basaltkuppe der Nürburg umrundet. Dabei eröffnen sich mehrmals erregende Weitblicke in die Hocheifel. Über die ausgedehnte Wiesenfläche der ehemaligen Wintersportanlage hinweg, die im Jahre 1953 eröffnet wurde, ist am Horizont die Silhouette der Hohen Acht zu sehen. Mit ihren 746 Metern ist sie der höchste Berg der Eifel. Wir streifen den östlichen Dorfrand von Nürburg, wandern ein kurzes Stück an der L93 entlang und queren schließlich die Asphaltpiste. Vorbei an sommerlichen Waldsäumen geht es jetzt durch die Feuchtwiesen der Stroht, die durch eine, den Regeneintrag stauende Lehmschicht entstanden sind. Feuchtigkeit liebende Pflanzen wie der Sumpfbaldrian, das Wiesenschaumkraut und das Gefleckte Knabenkraut, eine wilde Orchideenart, haben hier einen geschützten Standort gefunden.


Die Grüne-Hölle-Themenrunde führt am Burgweiher vorbei, der wohl als Fischteich der Nürburg diente

Ausgangs der Feuchtwiesen tritt die Grüne-Hölle-Route mit einem Linksschwenk in den Wald ein. Der anfangs noch breite Forstweg verjüngt sich alsbald zu einem schmalen Pfad, der sanft ansteigend eine kleine Waldparzelle durchmisst und dann auf eine Freifläche hinaus läuft. Erneut befinden sich die Wanderer in der Nähe der Ortschaft Nürburg. Eine Sitzgruppe lädt hier zur Rast ein. Die dort anzutreffende Infotafel beschäftigt sich mit dem tertiärzeitlichen Hocheifel-Vulkanismus, der vor 30 Millionen Jahren neben 300 weiteren Vulkanen auch den vor uns liegenden Vulkan „Nürburg“ entstehen ließ. Ein fein geschotterter Wanderweg führt an den Masten des aufgegebenen Ski-Schleppliftes vorbei zum Burgweiher hinüber, der mit einem kurzen Abstecher angelaufen werden kann. Das kleine idyllische Gewässer diente wohl im Mittelalter als Fischteich der Nürburg. Heute ist dort die Burgweiherhütte anzutreffen, die für gesellige Veranstaltungen samt Grillplatz angemietet werden kann. 


An der Nordschleife des Nürburgrings im Rennabschnitt Quiddelbacher Höhe

Das säulenförmig erstarrte Gestein des Selbergs kann in einem aufgelassenen Steinbruch bewundert werden

Vom Burgweiher führt die Route sanft bergab und in die Goldhaferwiesen hinein. Es handelt sich dabei um eine Pflanzengemeinschaft die im Kreis Ahrweiler nur rund um die Nürburg anzutreffen ist und regelmäßig im Juni ihr violettes Blütenmeer entfaltet. Durch offenes Weideland geht es wenig  später nach Quiddelbach. Der Eifelort wird durchwandert, um dann zur Quellkuppe des Selbergs hinauf zu steigen. Auch der 584 Meter hohe Selberg ist ein Vulkan, der im Tertiär tätig war und dessen Magmaaufstieg unterhalb der Erdkruste zum Stillstand kam. Das säulenförmig erstarrte Gestein ist in einem aufgelassenen Steinbruch, rechts abzweigend von der Route, heute noch sichtbar und wurde zum Häuserbau in Quiddelbach verwendet. Nach der Umrundung des Selbergs führt die Themenrunde ein kurzes Stück an der B257 entlang, um dann linksschwenkend über Wiesengelände in das Breidscheider Bachtal hinein zu fallen.


Die spektakuläre Nordschleife des Nürburgrings wird in der Region als die GRÜNE HÖLLE bezeichnet

Im Talgrund wird der Breidscheider Bach überschritten. Breite Forstwege führen durch kleine Waldparzellen nun ständig bergan und ermöglichen aus den Glatthaferwiesen „Im Ertrisch“ einen schönen Blick auf die Nürburg. Kurz darauf wird die B257 erneut gequert. Deutlich hörbarer Motorenlärm zeigt an, dass wir uns jetzt in unmittelbarer Nähe der Nordschleife des Nürburgrings befinden. Ein kurzes Stück führt die Route im Rennabschnitt Quiddelbacher Höhe am Zaun der Rennstrecke entlang, die im Jahre 1927 eröffnet wurde. Auf einer Renndistanz von 22,5 Streckenkilometern müssen 172 Kurven durchfahren werden, wahrlich eine gewaltige Herausforderung für jeden Rennfahrer. Deshalb verlieh der Formel-1 Weltmeister Jackie Stewart der Rennstrecke in der Eifel den respektvollen Beinamen „GRÜNE HÖLLE“, auf deren Spuren wir uns gerade bewegen. Die Wanderer verweilen eine kurze Zeit am Zaun und beobachten die vorbei rasenden Fahrzeugführer mehrerer Sportwagen, die sich als Rennfahrer versuchen.


Grandioses Hocheifelpanorama vom Bergfried der Nürburg

Zum Schluss der Themenrunde ist ein Besuch der Burgruine Nürburg absolute Pflicht

Wir verlassen die Rennstrecke des Nürburgrings und folgen der Routenführung recht unspektakulär auf breiten, windungsreichen Forstwegen durch den lichten Laubwald. Der aufgegebene Steinbruch „Buchental“ wird passiert. Hier wurde Basaltschotter für die „Rennstraße Nürburg-Ring“ gewonnen. Im Start- und Zielort Nürburg steigen die Wanderer zum krönenden Abschluss zur Burgruine hinauf, die auf dem 669 Meter hohen Basaltkegel aufragt. Das hervorragend renovierte mittelalterliche Gemäuer wurde im Jahre 1169 erstmals urkundlich erwähnt. Als Erbauer der stattlichen Feste gilt Graf Ulrich von Are. Endgültig zerstört wurde die Nürburg durch französische Soldaten im Jahre 1689 anlässlich des Pfälzischen Erbfolgekrieges. Heute ist die Burgruine vollumfänglich begehbar. Absolutes Highlight ist die Besteigung des zwanzig Meter hohen Bergfrieds. Von der Wehrplatte schweift ein traumhafter Blick über die Hocheifel, auf die umliegenden Ortschaften und hinüber zum Start- und Zielbereich der Rennstrecke. Mit dem Besuch der Nürburg beenden wir die ausgesprochen schöne Themenwanderung „Auf den Spuren der Grünen Hölle“. 

Fazit und abschließende Bemerkungen:

Die knapp elf Kilometer messende Themenrunde Auf den Spuren der Grünen Hölle ist ohne Zweifel im Premiumsegment von Profirouten einzuordnen. Dafür sorgen die kurzweilige Streckenführung, die professionelle Unterrichtung des Wanderers durch die am Wegrand installierten Hinweistafeln und der abschließende Besuch der Nürburg, die gegen einen Obolus von 3,- € zu besichtigen ist. Die Route führt durch abgeschiedene Waldparzellen und über ausgedehnte Weideflächen. An Renntagen ist allerdings mit überbordendem Motorenlärm zu rechnen. Die zahlreichen grandiosen Fernsichten hinüber zur Hohen Acht und zum weit entfernten Aremberg vertiefen den guten Gesamteindruck der Rundwanderung in besonderem Maße. Die etwas in die Jahre gekommenen Infotafeln sollten allerdings alsbald erneuert werden. Alles in allem vergibt Profirouten in den Kategorien Landschaft und Erlebnis vier von fünf möglichen Bewertungssternen. Die Beschilderung der Strecke ist nicht zu beanstanden. Rast- und Ruhemöglichkeiten sind in ausreichender Zahl vorhanden.

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