Aussichtsreicher Spazierwanderweg über das Maifeld
Dem erfolgreichen Konzept der Traumpfade hat man in den letzten Jahren mehrere, als "Traumpfädchen" bezeichnete Spazierwanderwege zur Seite gestellt. Dabei handelt es sich meist um verkürzte Traumpfadrouten. Einige wenige dieser Spazierwanderwege sind allerdings vom Verlauf der Traumpfade abgekoppelt und verfügen über ein Alleinstellungsmerkmal. Zu letzteren zählt neben dem Traumpfädchen Kleiner Stern und dem Nette-Romantikpfad auch das nachfolgend beschriebene Traumpfädchen Paradiesweg Polch. Ohne größere Höhendifferenzen schlängelt sich die Route des Paradiesweges auf breiten Feld- und Wiesenwegen über das nahezu brettebene Maifeld. Von den wenigen sanften Erhebungen bieten sich dem Wanderer traumhafte Fernsichten über diesen, ausgesprochen fruchtbaren Teil der Osteifel. Im zweiten und schönsten Teil des Streckenverlaufes wird das idyllische Polcher Bachtal durchwandert.
Von naturbelassenen Feld- und Wiesenwegen schweift der Blick über das Maifeld und in die Osteifel
Wir beginnen die Wanderung am Parkplatz vor dem Schützenhaus der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Polch. Hier steht kostenloser Parkraum in ausreichender Zahl zur Verfügung. Ein breiter Waldweg führt anfangs durch einen Buchenhain und läuft sodann geradewegs in die freie Feldflur hinaus. Nach einem scharfen Rechtsschwenk auf dem Plateau des kaum wahrnehmbaren Blumenberges wird die Asphaltpiste der K46 überschritten und an einem Gehölz entlang marschiert. Links des Weges zeigt sich dabei in nicht allzu weiter Ferne der Polcher Ortsteil Kaan, während kurz darauf zur Rechten ein erster bemerkenswerter Blick über das Maifeld schweift und auf den Start- und Zielort Polch fällt. Wir befinden uns jetzt in den Umgebungen des Uhlen- und Kuckertsberges. Beide Erhebungen bieten traumhafte, fast unbegrenzte Fernblicke über das Maifeld. Die markante Stiftskirche von Münstermaifeld ist zu sehen und die Vulkankegel der Osteifel zeigen sich am Horizont. Nach einem weiteren ebenen Verlauf führt die Route sanft ansteigend zum Bildstock am Wingert hinauf. Auch von dieser kleinen Erhebung zeigt sich ein grandioses Osteifelpanorama.
Der schönste Teilabschnitt des Paradiesweges führt durch das idyllische Polcher Bachtal
Das Maifeld mit seinen sanften Hügeln breitet sich vor uns aus. Der Landstrich zählt zum Mittelrheinischen Becken und wird im Südosten von der Mosel, im Südwesten von der Elz und im Nordwesten von der Nette begrenzt. Vom Bildstock im Wingert fällt das Traumpfädchen windungsreich in das Polcher Bachtal hinein. Ausgesprochen idyllisch geht es am kleinen Gewässer entlang, das sich leider nur selten dem Wanderer zeigt. Rechts des Weges ragen bisweilen Schieferfelsen auf, die das Grundgebirge der Osteifel bilden. Wer Lust auf mehr hat, kann hier noch einen kurzen, rechts abzweigenden Abstecher hinauf zum Kolpingkreuz unternehmen. Nach etwas mehr als 200 Metern laden zwei Bänke und ein schöner Maifeldblick zur Rast ein. Wieder zurück auf der Hauptroute verlassen wir alsbald die Gehölze und wandern erneut durch die Felder. Der Polcher Bach und die K46 werden überschritten. Zum Schluss der Tour rückt der Zielort Polch mit seiner markanten zweitürmigen Stephanuskirche in den Focus der Wanderer. Dann wird dieser schöne Spazierrundweg auf dem Wanderparkplatz an der Schützenhalle beendet.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Das knapp acht Kilometer messende Traumpfädchen Paradiesweg Polch beeindruckt den Wanderer mit seinen unzähligen Weitsichten über das hügelige Maifeld und auf die weit entfernten Vulkankegel der Osteifel. Ansonsten weist der Spazierwanderweg keinerlei Höhepunkte auf. Trotzdem zeigt sich die Tour meist kurzweilig. Besonders der zweite Teil durch das Polcher Bachtal hinterlässt bleibende Eindrücke. Pfadige Passagen sind im Streckenverlauf nicht anzutreffen. Naturbelassene breite Feld-, Wiesen- und Waldwege bestimmen das Routenprofil. Alles in allem reicht es daher nicht aus, den Polcher Paradiesweg im Premiumsegment von Profirouten einzuordnen. Drei von fünf möglichen Sternen bilden eine wohlwollende und vollkommen angemessene Bewertung ab. An der Beschilderung gibt es nicht das Geringste auszusetzen. Rast- und Ruhemöglichkeiten entlang der Strecke werden in ausreichender Zahl angeboten.
Tipp des Autors::
An heißen Sommertagen sollte man das Traumpfädchen Polcher Paradiesweg besser nicht begehen. Denn Schatten spendende Passagen sind auf dem Spazierwanderweg nur in wenigen Teilabschnitten anzutreffen. Im sonnigbunten Herbst zeigt die kleine Route aber durchaus ihren Charme.

























